Programm – China-Institut Frankfurt

Konzept China Wissen

Eine Vortragsreihe des China-Instituts
an der Universität Frankfurt
2019

Die dynamische wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung Chinas seit Begin des neuen Jahrtausends hat die Beschäftigung mit China als Staat, Wirtschaftsmacht und Kultur mit langer Geschichte zu einem der zentralen Themen der globalen Gesellschaft gemacht. Wissen über China ist für unser Verständnis der gegenwärtigen und künftigen Entwicklung der Welt unverzichtbar. China ist uns heute näher als je zuvor. Seit in den Medien Berichte zu allen Aspekten der chinesischen Entwicklung an der Tagesordnung sind, hat China den Status des exotisch Anderen verlohren. Dennoch bleibt uns China häufig seltsam Fremd. In manchen Bereichen erscheint es erschreckend eindimensional, in anderen Bereichen so facettenreich, daß eine unabhängige und informierte Meinungsbildung nahezu unmöglich scheint. Hier will die Veranstaltungsreihe China Wissen Abhilfe schaffen. China-Wissenschaftler und Praktiker halten auf Einladung des China-Instituts Vorträge zu aktuellen Themen und zu Problembereichen, die sich auf Kernfragen der chinesischen Identität beziehen. Ihre Tragweite beziehen diese Identitätsvorstellungen aus der Bedeutung , der Geschichte und Tradition im heutigen China beigemessen werden. Geschichte, Gegenwart und Zukunft verschmelzen miteinander. Eine kritische differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Schichten aus denen sich unser Chinabild und vor allem das chinesische Selbstbild zusammensetzen, ist für jeden, der sich aus beruflichen oder privaten Interesse mit China beschäftigt, unverzichtbar.
Dezember

Die Wahlen auf Taiwan im Januar 2020: Zwischen Reformen, Hongkong und Populismus

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Nina-Rubinstein-Weg 1, Casino, Cas. 1.812
16. Dezember 2019 | Montag | Zeit: 06.15 pm

Dr. Malte Philipp Kaeding (Universität Surrey) wird zum Thema „Die Wahlen auf Taiwan im Januar 2020: Zwischen Reformen, Hongkong und Populismus“ vortragen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Taiwan zu einer der wenigen stabilen liberalen Demokratien in Asien entwickelt. Vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Januar 2020 steht Taiwan jedoch vor großen internationalen und innenpolitischen Herausforderungen. Der Wahlkampf wird von der politischen Krise in Hongkong und Debatten zu Taiwans internationaler Rolle im Schatten Chinas geprägt. Gleichzeitig stellen die Wahlen auch eine Abstimmung über die Reformpolitik der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei unter Amtsinhaberin Tsai Ing-wen dar. Herausforderer Han Kuo-yu von der Kuomintang verkörpert einen für die junge Demokratie noch ungewohnten populistischen Ansatz.

Dr. Malte Philipp Kaeding ist Lecturer in Internationaler Politik an der Universität Surrey. Er wurde am Department of Government and International Studies an der Hong Kong Baptist University promoviert. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Wahlen, Demokratisierung und soziale Bewegungen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Hongkong, Macau und Taiwan.

Zeit: Montag, 16. Dezember 2019, 18:15 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Nina-Rubinstein-Weg 1, Casino, Cas. 1.812
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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November

Der Drachen im Schneeland: Zur Geschichte des tibetisch-chinesischen Verhältnisses

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor W. Adorno-Platz, Hörsaalzentrum, Raum HZ9
6. November 2019 | Mittwoch | Zeit: 06:00 pm

Prof. Dr. Karénina Kollmar-Paulenz (Universität Bern) wird zum Thema „Der Drachen im Schneeland: Zur Geschichte des tibetisch-chinesischen Verhältnisses“ vortragen.

Tibet, das Land auf dem „Dach der Welt“, gehört zu den politischen Unruheherden der Volksrepublik China. Seit dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee im Jahr 1950 und der Niederschlagung des Volksaufstands im März 1959 ist es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Unruhen in Tibet gekommen, die sich gegen die chinesische Regierung richten. In den letzten Jahren haben sich mehr als 150 Tibeterinnen und Tibeter selbst verbrannt, um gegen die Zustände in ihrem Heimatland zu protestieren. China wird auch heute noch mehrheitlich als Besatzungsmacht angesehen. Die chinesische Führung wiederum betont unermüdlich, dass Tibet historisch ein integraler Bestandteil des chinesischen Staatsgebiets gewesen sei, und wirft dem 14. Dalai Lama und der tibetischen Exilregierung im indischen Dharamsala vor, die Einheit des chinesischen Mutterlandes in Frage zu stellen und seine Spaltung zu betreiben. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte des Verhältnisses zwischen Tibet und China, das über viele Jahrhunderte hinweg durch enge wechselseitige politische, wirtschaftliche und religiöse Beziehungen geprägt war. Dabei wird deutlich, dass der Konflikt um den politischen Status von Tibet im Kern ein Konflikt um die Deutungshoheit der Geschichte ist. Es zeigt sich, dass die jeweiligen Positionen nicht Ausdruck jahrhundertealten Allgemeinwissens sind, sondern relativ rezente Konstruktionen, die einer historischen, auf Primärquellen basierten Untersuchung nicht standhalten.

Frau Kollmar-Paulenz ist Professorin am Institut für Religionsgeschichte der Universität Bern. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die Religions-und Kulturgeschichte Tibets und der Mongolei. Sie hat dazu umfassend veröffentlicht und unter anderem eine Kleine Geschichte Tibets verfasst, die in der Zwischenzeit in der dritten Auflage erschienen ist.

Zeit: Mittwoch, 06. November 2019, 18:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor W. Adorno-Platz, Hörsaalzentrum, Raum HZ9
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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Juli

Remembering June 4th. The Tiananmen crackdown as a turning point in modern Chinese history

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Seminarhaus SH 0.107
8. Juli 2019 | Montag | Zeit: 06:00 pm

Prof. Dr. Perry Link (University of California, Riverside) wird zum Thema „Remembering June 4th. The Tiananmen crackdown as a turning point in modern Chinese history“ vortragen.

The crackdown on the democracy movement on Tiananmen square on June 4th, 1989 has been tabooed by the Chinese Communist Party. The number of students and other civilians killed is still unclear. People such as Ding Zilin, the organizer of the Tiananmen Mothers organization – mothers whose children were killed in the night of June 4th – are still under constant surveillance by the Chinese public security. It is exactly the fact that the party state turned against its own citizens, which makes remembering the event impossible in China until today. In any case, Tiananmen certainly constituted a major turning point in modern Chinese history with far-reaching effects not only on the development of Chinese politics and society but on global developments as well. The talk will discuss the Tiananmen crackdown in Chinese and global perspectives.

Perry Link has taught at Princeton University and is now professor for comparative literature and foreign languages at the University of California. He has written widely on Chinese literature and is one of the translators of the Tiananmen Papers, which detailed the governmental response to the 1989 democracy protests.

Zeit: Montag, 08. Juli 2019, 18:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Seminarhaus SH 0.107
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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Juni

Berichten Sie doch mal was Positives! Erfahrungen einer deutschen Journalistin in China

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 2, Casino, Cas 1.812
6. Juni 2019 | Donnerstag | Zeit: 06:00 pm

Dr. Petra Kolonko wird zum Thema „Berichten Sie doch mal was Positives! Erfahrungen einer deutschen Journalistin in China“ vortragen.

Für westliche Journalisten ist die Arbeit in China ein Traumjob mit vielen Fallen, Hindernissen und Herausforderungen. Zensur des Internets, Überwachung und Visumsrestriktionen erschweren die Recherche genauso wie der mühsame Zugang zu Interviewpartnern und offiziellen Stellen. Gleichzeitig versucht die chinesische Regierung mit neuen Methoden, das Bild, das ausländische Journalisten in ihren Ländern von der Volksrepublik China verbreiten, in ihrem Sinn zu beeinflussen.

Dr. Petra Kolonko, langjährige Ostasienkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, berichtet von der Arbeit unter den besonderen Bedingungen des „Sozialismus chinesischer Prägung“.

Zeit: Donnerstag, 06. Juni 2019, 18:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 2, Casino, Cas 1.812
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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Mai

VORTRAG ENTFÄLLT : Das chinesische Wirtschaftsmodell in historischer Perspektive: Sozialismus, Staatskapitalismus oder ein neues System?

IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt am Main
21. Mai 2019 | Dienstag | Zeit: 06:00 pm

Der Vortrag von Dr. Isabella Weber muss leider wegen Krankheit entfallen.

Wir bitten um Ihr Verständnis.


Dr. Isabella Weber (Goldsmiths, University of London) wird zum Thema „Das chinesische Wirtschaftsmodell in historischer Perspektive: Sozialismus, Staatskapitalismus oder ein neues System?“ vortragen.

Die Erklärung eines Handelskrieges durch US-Präsident Trump hat die Spannungen zwischen den USA und China weiter zugespitzt. Im Hintergrund des Konflikts schwingt die Frage mit, ob es zu einem neuen Systemwettbewerb kommt. Häufig wird dabei auf Chinas Staatskapitalismus Bezug genommen, wobei Charakterisierungen des chinesischen Wirtschaftsmodells umstritten bleiben: Die chinesische Regierung hat die „sozialistische Marktwirtschaft mit chinesischen Eigenschaften“ zur offiziellen Systembeschreibung erhoben. Die Welthandelsorganisation und die EU stellen jedoch in Frage, dass es sich beim Wirtschaftssystem Chinas um eine Marktwirtschaft handelt. Linke Kritiker wiederum ziehen die sozialistische Natur des chinesischen Systems in Zweifel. Der Vortrag entwickelt eine historische Perspektive auf Chinas Wirtschaftsmodell, die die Geschichte und Evolution der Marktreformen in den Kontext von Chinas langer Tradition bürokratischer Markterschaffung und Wirtschaftsregulierung einordnet. So zeigt sich, dass ein neues System entstanden ist, dessen Logik von allgemeinen Labeln nur sehr partiell erfasst wird.

Isabella Weber ist Wirtschaftswissenschaftlerin an der University of London. In ihrer Forschung verbindet sie Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte mit Chinastudien und globaler politischer Ökonomie.

Zeit: Dienstag, 21. Mai 2019, 18:00 Uhr
Ort: IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt am Main
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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Mit freundlicher Unterstützung der IHK
Januar

Mehrsprachigkeit in „Greater China“: Zwischen Diversität und Planung

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Casino, Raum Cas. 1.802
24. Januar 2019 | Donnerstag | Zeit: 06:00 pm

Prof. Dr. Henning Klöter (Humboldt-Universität zu Berlin) wird zum Thema „Mehrsprachigkeit in „Greater China“: Zwischen Diversität und Planung“ vortragen.

Die als „Greater China“ (VR China, Hongkong, Macao, Singapur, Taiwan) bekannte Region ist Heimat von zahlreichen Sprachen und Dialekten. In der VR China ist das Modeme Hochchinesisch (putonghua) Standardsprache. Auch die chinesischsprachigen Länder und Regionen außerhalb der Grenzen der Volksrepublik China sind von sprachlicher Diversität geprägt. Während in Hongkong die Regionalsprache Kantonesisch dominiert, setzen die Regierungen Taiwans und Singapurs ebenfalls auf die Verbreitung des Modemen Hochchinesisch. Nach einem allgemeinen Einblick in die Sprachsituationen in „Greater China“ soll im Vortrag verschiedenen Fragen nachgegangen werden: Inwiefern ist die Verwendung von Sprachen im Alltag das Ergebnis von Sprachplanung? Was sind die Ziele von Sprachplanung? Welche Maßnahmen wurden zum Erreichen dieser Ziele ergriffen? Wie wirkt sich die Verbreitung einer Standardsprache auf den Fortbestand sprachlicher Diversität aus?

Henning Klöter ist Professor für Neuere Sprachen und Literaturen Chinas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Publikationen gehören Written Taiwanese (2005) und The Language of the Sangleys: A Chinese Vernacular in Missionary Sources of the Seventeenth Century (2011).

Zeit: Donnerstag, 24.01.2019, 18:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Casino, Raum Cas. 1.802
Unkostenbeitrag: 10 EUR, Studierende: 3 EUR, kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: china-institut(at)em.uni-frankfurt.de

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