Programm – China-Institut Frankfurt

Konzept China Wissen

Eine Vortragsreihe des China-Instituts
an der Universität Frankfurt
2015

Die dynamische wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung Chinas seit Begin des neuen Jahrtausends hat die Beschäftigung mit China als Staat, Wirtschaftsmacht und Kultur mit langer Geschichte zu einem der zentralen Themen der globalen Gesellschaft gemacht. Wissen über China ist für unser Verständnis der gegenwärtigen und künftigen Entwicklung der Welt unverzichtbar. China ist uns heute näher als je zuvor. Seit in den Medien Berichte zu allen Aspekten der chinesischen Entwicklung an der Tagesordnung sind, hat China den Status des exotisch Anderen verlohren. Dennoch bleibt uns China häufig seltsam Fremd. In manchen Bereichen erscheint es erschreckend eindimensional, in anderen Bereichen so facettenreich, daß eine unabhängige und informierte Meinungsbildung nahezu unmöglich scheint. Hier will die Veranstaltungsreihe China Wissen Abhilfe schaffen. China-Wissenschaftler und Praktiker halten auf Einladung des China-Instituts Vorträge zu aktuellen Themen und zu Problembereichen, die sich auf Kernfragen der chinesischen Identität beziehen. Ihre Tragweite beziehen diese Identitätsvorstellungen aus der Bedeutung , der Geschichte und Tradition im heutigen China beigemessen werden. Geschichte, Gegenwart und Zukunft verschmelzen miteinander. Eine kritische differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Schichten aus denen sich unser Chinabild und vor allem das chinesische Selbstbild zusammensetzen, ist für jeden, der sich aus beruflichen oder privaten Interesse mit China beschäftigt, unverzichtbar.
November

Herrschaft des Rechts oder Recht der Herrschaft? – Traditionelles und modernes Rechtsverständnis in China

IHK, Börsenplatz 4, Frankfurt am Main
30. November 2015 | Montag | Zeit: 18:00

„Herrschaft des Rechts oder Recht der Herrschaft? – Traditionelles und modernes Rechtsverständnis in China“

 

Am 30. November 2015 findet ein Vortrag des China-Instituts statt. Herr Prof. Dr. iur. Christian Förster (Exzellenzcluster ‚Asia and Europe‘, Heidelberg) wird zum Thema „Herrschaft des Rechts oder Recht der Herrschaft? – Traditionelles und modernes Rechtsverständnis in China“ vortragen. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Zeit: Montag, den 30. November 2015, 18:00 Uhr

Ort: IHK Frankfurt am Main, Börsenplatz 4

Unkostenbeitrag: 10 Euro; Studierende: 3 Euro; kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts

Anmeldung: m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

 

Im Anschluss an der Vortrag lädt das China-Institut zu einem Get-together bei Brezeln und Wein ein.

November

Das China des Ersten Kaisers im asiatischen Kontext

Museum Angewandte Kunst, 60594 Frankfurt, Schaumainkai 17
24. November 2015 | Dienstag | Zeit: 18:30

Am 24. November wird Dr. Lukas Nickel (SOAS, London) zum Thema „Das China des Ersten Kaisers im asiatischen Kontext“ einen Vortrag halten.


Lukas Nickel ist Sinologe, Archäologe und Kunsthistoriker. Er wurde in Heidelberg in ostasiatische Kunstgeschichte promoviert und ist als Reader in Chinese Art History and Archaeology am SOAS der University of London tätig. Im Jahr 2013 präsentierte er seine Forschungsergebnisse in der Fernsehsendung Terra X.

 

Die Reichseinigung unter dem Ersten Kaiser von Qin im Jahr 221 v. Chr. gilt als ein entscheidender Wendepunkt in der chinesischen Geschichte. Qin Shi huangdi gelang nicht nur die militärische Eroberung der Nachbarstaaten, sondern auch die Festlegung von politischen, administrativen, kulturellen und ökonomischen Maßgaben, die die langfristige Existenz des neugeschaffenen Reiches sichern sollten. Auf den von Qin gesetzten Grundlagen prosperierte die nachfolgende Han-Dynastie für Jahrhunderte.
Bisherige Untersuchungen, gestützt auf zeitgenössische Texte, legten die lokalen Wurzeln der dramatischen Umwälzung offen. Ein Blick auf archäologische Quellen der Qin-Zeit macht aber wahrscheinlich, dass der Kaiser nicht nur von einer langen einheimischen Tradition profitierte, sondern – vor allem im Bereich der öffentlichen Präsentation des Kaisertums – auch Praktiken anderer asiatischer Großreiche übernahm. Lukas Nickel untersucht bisher wenig beachtete Hinweise auf Kontakte Qin-Chinas mit dem hellenistischen Baktrien in Afghanistan und dem Maurya-Reich in Indien.

 


 

Zeit:  Dienstag, den 24. November 2015, 18:30 Uhr

Ort:   Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt

Um einen Unkostenbeitrag wird gebeten.

Anmeldung:  m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

Juni

Mao Zedong redivivus? Massenkampagnen, Ideologie und Führerkult in der aktuellen chinesischen Politik (Prof. Dr. Daniel Leese, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Cas. 1.811, Frankfurt
25. Juni 2015 | Donnerstag | Zeit: 18:00

In jüngster Vergangenheit hat die Frage nach einem Wiederaufleben maoistischen Gedankenguts und maoistischer Herrschaftspraxis in der Volksrepublik China  ein verstärktes Echo in Presse und Wissenschaft gefunden. So hat unter anderem der politische Kurs des neuen Parteivorsitzenden Xi Jinping Fragen nach dem Einfluss maoistischer Maximen etwa in der Korruptionsbekämpfung, der Ideologie oder dem Stützen auf Techniken der „Massenlinie“ aufgeworfen. Welche Rolle spielen also Mao Zedong, der Führerkult und die ideologischen Maximen Maos für die gegenwärtige Führung der Kommunistischen Partei Chinas?

Unkostenbeitrag: 10 Euro; Studierende: 3 Euro; kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts

Anmeldung: m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

Nähere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.

April

Chinas zwei 100-Jahres-Ziele: was man nicht nur als Unternehmer und Manager unbedingt wissen sollte (Prof. Dr. iur. Dr. phil. Harro von Senger)

IHK Frankfurt am Main, 60313 Frankfurt am Main , Börsenplatz 4
23. April 2015 | Donnerstag | Zeit: 18:00

China könnte als „Reich des langen Atems“ bezeichnet werden. Supraplanung (moulüe) eröffnet Chinesen Denkhorizonte, von denen man hierzulande kaum eine Ahnung hat. Im Reich der Mitte prägt zu Beginn des 21. Jahrhunderts diese über 2000 Jahre alte chinesische Kunst der Zukunftsgestaltung Denken und Vorgehensweisen chinesischer Führungspersonen in Politik und Wirtschaft. So verfolgt die Volksrepublik China seit Jahrzehnten zwei 100-Jahresziele. Im Westen sind diese unbekannt. Man sollte sie aber zur Kenntnis nehmen. Denn diese Ziele werden in amtlichen Dokumenten konkretisiert, in denen sich zahlreiche Ansatzpunkte für Geschäftsideen und langfristige konkrete wirtschaftliche Projekte, aber auch für politische und rechtliche Dialoge mit China finden lassen.

Zum Referenten: Rechtsanwalt Dr. iur. Dr. phil. Harro von Senger ist Genfer Bürger, geb. 1944, 1963-69 Rechtsstudium an der Universität Zürich, 1969-71 Bezirksgericht und Obergericht Zürich, 1971-77 Studien in Taipeh, Tokyo und Peking. Seit 1982 Experte des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung / Lausanne. Prof. em. für Sinologie der Universität Freiburg im Breisgau. Verfasser der ersten westlichen Bücher über die 36 Strategeme und über Moulüe (Supraplanung) sowie der ersten Schweizer Ausgabe von Meister Suns Kriegskanon. Seine Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt.

Unkostenbeitrag: 10 Euro; Studierende: 3 Euro; kostenfrei für Mitglieder
Anmeldung: m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

Nähere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.