Programm – China-Institut Frankfurt

Konzept China Wissen

Eine Vortragsreihe des China-Instituts
an der Universität Frankfurt
2016

Die dynamische wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung Chinas seit Begin des neuen Jahrtausends hat die Beschäftigung mit China als Staat, Wirtschaftsmacht und Kultur mit langer Geschichte zu einem der zentralen Themen der globalen Gesellschaft gemacht. Wissen über China ist für unser Verständnis der gegenwärtigen und künftigen Entwicklung der Welt unverzichtbar. China ist uns heute näher als je zuvor. Seit in den Medien Berichte zu allen Aspekten der chinesischen Entwicklung an der Tagesordnung sind, hat China den Status des exotisch Anderen verlohren. Dennoch bleibt uns China häufig seltsam Fremd. In manchen Bereichen erscheint es erschreckend eindimensional, in anderen Bereichen so facettenreich, daß eine unabhängige und informierte Meinungsbildung nahezu unmöglich scheint. Hier will die Veranstaltungsreihe China Wissen Abhilfe schaffen. China-Wissenschaftler und Praktiker halten auf Einladung des China-Instituts Vorträge zu aktuellen Themen und zu Problembereichen, die sich auf Kernfragen der chinesischen Identität beziehen. Ihre Tragweite beziehen diese Identitätsvorstellungen aus der Bedeutung , der Geschichte und Tradition im heutigen China beigemessen werden. Geschichte, Gegenwart und Zukunft verschmelzen miteinander. Eine kritische differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Schichten aus denen sich unser Chinabild und vor allem das chinesische Selbstbild zusammensetzen, ist für jeden, der sich aus beruflichen oder privaten Interesse mit China beschäftigt, unverzichtbar.
November

Das ‚Große Spiel‘ an der Seidenstraße – und das kleine Spiel danach. Die preußischen Turfan-Expeditionen 1902-1914 und ihre wissenschaftliche Auswertung heute

Museum Angewandte Kunst, 60594 Frankfurt, Schaumainkai 17
4. November 2016 | Freitag | Zeit: 6:30

Prof. Dr. Klaas Ruitenbeek (Direktor des Museums für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin) wird zum Thema „Das ‚Große Spiel‘ an der Seidenstraße – und das kleine Spiel danach. Die preußischen Turfan-Expeditionen 1902-1914 und ihre wissenschaftliche Auswertung heute“ vortragen.

Vor über 100 Jahren wurden in der Turfan-Region in West-China tausende archäologische und Kunst-Objekte von den damals Königlichen Museen in Berlin gesammelt. Das geschah im Wettbewerb mit Museen in London, Paris, Sankt-Petersburg und Tokyo: das Große Spiel. Manche dieser Objekte lagen über 100 Jahre in Schränken und wurden erst vor kurzem wieder neu entdeckt. Dazu gehören große, bunt bemalte Architekturteile aus der Zeit um 900-1100. Die wirkliche Bedeutung dieser Objekte wurde von einem internationalen Forscherteam jetzt in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt untersucht und dokumentiert – und in einer Ausstellung in Berlin, „Die Ruinen von Kocho“, gezeigt.

Klaas Ruitenbeek ist Direktor des Museums für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin und beteiligte sich 2014-2016 am Kocho-Forschungsprojekt.

Im Anschluss laden wir zu einem Get-together mit Brezeln und Wein ein.

Zeit: Freitag, 04.11.2016, 18:30 Uhr, Einlass 18:00 Uhr
Ort: Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt
Unkostenbeitrag: 10 Euro; Studierende: 3 Euro; kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

Flyer

Juni

China und die Herausbildung einer internationalen politischen Bildersprache: China als Melone zum Aufteilen um 1900

Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 5.105
16. Juni 2016 | Donnerstag | Zeit: 6:15 pm

Am Donnerstag, den 16.06.2016 findet um 18 Uhr s.t. ein Vortrag des China-Instituts statt:

Prof. Dr. Rudolf G. Wagner (Universität Heidelberg, Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“) „China und die Herausbildung einer internationalen politischen Bildersprache: China als Melone zum Aufteilen um 1900“

Die Geschichte vom Plan der Großmächte, China um 1900 wie eine Melone unter sich aufzuteilen, ist Kernstück eines historischen Dramas und Traumas, welches bis zum heutigen Tag in Umgangssprache, Schulbuch und Parteipropaganda allgegenwärtig ist. Der Vortrag wird zeigen, wie sich das Bild vom China als „Melone“ unter Rückgriff auf eine internationale politische Bildersprache herausbildete, wen Autoren der Zeit für die drohende Aufteilung verantwortlich machten (und wen nicht) und wie sich die heute erzählte Geschichte von der Wahrnehmung der historischen Akteure unterscheidet.

Zeit: Donnerstag, 16.06.2016, 18:00 Uhr
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Seminarhaus, Raum SH 5.105
Unkostenbeitrag: 10 Euro; Studierende: 3 Euro; kostenfrei für Mitglieder des China-Instituts
Anmeldung: m.troester(at)em.uni-frankfurt.de

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